Verfolgung und Flucht: Das Leben der Elisabeth Jakoby

Im Mittelpunkt der Erzählung "Schranken gehen auf" von Eva Opitz (Books on Demand) steht die Fluchtgeschichte der Hamburgerin Elisabeth Jakoby, Tochter eines jüdischen Vaters und einer evangelischen Mutter. Noch minderjährig, gerät sie in Berlin als Studentin ins Visier der Gestapo, weil sie öffentlich den Hitlergruß verweigert. Sie hat furchtbare Angst. Der Faschismus nimmt zunehmend Einfluss auf das gesellschaftliche Leben im Hamburg bis kurz vor 1933. Von einem Tag auf den anderen ist sie gezwungen zu fliehen, ohne jede Unterstützung, ohne Geld, ohne abgeschlossene Ausbildung und ohne jemanden zu kennen, der ihr weiterhelfen könnte. Ihre Flucht droht immer wieder unter dramatischen Umständen zu scheitern.

Mit "Schranken gehen auf" liefert die Freiburger Autorin einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Verfolgung Hamburger und Berliner Juden. Eva Opitz hat die „Halbjüdin" mit regelmäßigen Besuchen bis zu ihrem Tod 2002 begleitet. In dieser Zeit hat Elisabeth der deutschen Freundin ihre ungewöhnliche Geschichte erzählt. Die Freiburgerin ist die einzige Deutsche, die Elisabeths vollständige Fluchtgeschichte in ihren Schrecken, aber auch in ihren Erfolgen kennt. 

Eva Opitz hat Germanistik und Anglistik studiert. Danach hat sie ein Zweitstudium Biologie mit dem Diplom abgeschlossen. Weitere Stationen waren bundesweites Schreiben als Wissenschaftsjournalistin, als freie Mitarbeiterin der Badischen Zeitung in Freiburg, bei zwei PR-Stationen mit dem Aufgabenfeld Presse und Kommunikation, zuletzt als stellvertretende Pressesprecherin der Universität Freiburg. Elisabeths Fluchtgeschichte aufzuschreiben, war schon lange Herzenswunsch der Autorin, der aber bis zum Arbeitsende warten musste. Eva Opitz ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Wann ist ein Buch gut?
Wenn man es einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Und genau das ist bei „Schranken gehen auf" der Fall.

Eva Opitz hat die Geschichte der Elisabeth Jakoby packend erzählt und führt uns durch einen Lebensweg, der tief von den politischen Umbrüchen ihrer Zeit geprägt wurde – und dennoch von großer Stärke und Erfolg zeugt. Der Autorin gelingt es, die historischen Rahmenbedingungen nicht als bloßen Hintergrund, sondern als aktive Kraft zu zeigen, die das Leben der Protagonistin formt.

Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Resilienz und Mut. Elisabeth Jakoby steht nicht nur für ein individuelles Schicksal, sondern auch für all jene, die trotz widriger Umstände ihren Weg gegangen sind. Die Autorin schafft es, Empathie zu wecken, ohne zu beschönigen.

Ein lesenswertes Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.

Kulturforum Freiburg

BoD - Books in Demand
248 Seiten, Taschenbuch
€ 14,99 (D/A)
ISBN: 978-3-81927-965-2 
Lesetipp für: Interessierte an historischen Biografien, Zeitzeugnissen und Geschichten über menschliche Widerstandskraft.