Nach Gabi Obi an Samstag, 05. September 2026
Kategorie: Lesekultur - Interkulturelles

Total Strangers

in der Popkultur wird das Thema Autismus häufig aufgegriffen: Seit "Rain Man" 1988 in die Kinos kam, ist Autismus ein popkulturelles Phänomen in Romanen, Filmen und Serien. Figuren wie Sherlock Holmes, Mister Spock, Temperance Brennan oder Sheldon Cooper zeigen Eigenschaften, die an Autismus erinnern – oft faszinierend, manchmal klischeehaft. Erfolgsautor Dr. Ulrich Merkl, selbst Autist, spürt in "Total Strangers" (Patmos Verlag) der Darstellung von Autist:innen in der Popkultur nach. 

Die meisten Menschen haben keine eigenen Erfahrungen mit Autismus. Serien dagegen erreichen pro Folge ein Millionenpublikum – und prägen so das öffentliche Bild weit stärker als Diagnostikleitlinien oder Fachliteratur.

Ulrich Merkl im Interview bei Quotenmeter
Mit fundiertem Wissen, Humor und Einfühlungsvermögen analysiert er mehr als 100 Romane, Spielfilme und Serien von Klassikern wie "Der Fremde" (1942) bis zu modernen Formaten wie "The Good Doctor". Dabei geht er den entscheidenden Fragen nach: Wie prägen diese Figuren unser Bild von Autismus? Fördern sie Verständnis – oder verfestigen sie Vorurteile? Und wie empfinden Menschen im Autismus-Spektrum selbst diese Darstellungen?

Dr. Ulrich Merkl, geboren 1965, studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Romanistik und ist als freiberuflicher Autor tätig. Er lebt in Hohenstein-Ernstthal, Sachsen. Seit 2017 weiß er, dass er von Asperger-Autismus betroffen ist. Zuletzt von ihm bei Patmos erschienen: "Die unglaubliche Welt genialer Menschen mit Autismus" (2024).

Ein unglaublich aufschlussreiches Buch, das ein sehr spannendes Thema sehr lesenswert präsentiert. Ein absolutes Leseliste-Highlight mit vielen Aha-Effekten.

Kulturforum Freiburg
Kommentare hinterlassen