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Freiburg. Ein ausverkauftes Konzerthaus, mehr als 200 Mitwirkende und minutenlange Standing Ovations: Das Freiburger Blasorchester feiert im Konzerthaus einen großen Erfolg.
Von Andrea Baumann
Schon beim Einlass war am vergangenen Samstagabend die Vorfreude im Freiburger Konzerthaus spürbar. Gemeinsam mit dem UniChor Freiburg, dem Unter- und Mittelstufenchor des Stegener Kollegs St. Sebastian sowie drei Gesangssolisten brachte das Freiburger Blasorchester (FBO) unter der Leitung von Miguel Etchegoncelay Carl Orffs monumentale „Carmina Burana" und weitere Werke auf die Bühne. Schon seit Weihnachten war das Konzert ausverkauft – ein Zeichen für die große Strahlkraft dieses Projekts.
Nach einer Einführung durch Arrangeur Felix Hauswirth und Musikwissenschaftler Meinrad Walter eröffnete das Orchester den Abend mit Florent Schmitts „Dionysiaques". Komplexe Rhythmen, leuchtende Klangfarben und ein kraftvolles Finale sorgten für einen furiosen Auftakt. Holz- und Blechbläser sowie Schlagwerk überzeugten dabei mit Präzision und Energie. Anschließend zeigte die viersätzige Suite „Ballets" von Miguel Asins Arbó eine andere Facette des sinfonischen Blasorchesters: schwungvoll, tänzerisch und voller rhythmischer Leichtigkeit.
Nach der Pause folgte mit den „Carmina Burana" eines der populärsten Werke des 20. Jahrhunderts. Gleich zu Beginn entfaltete der wuchtige Eingangschor „O Fortuna" enorme Wirkung. Die Klangsensibilität von Orchester und Chören verlieh Orffs archaischer Tonsprache dabei Kraft und Transparenz zugleich. Präzise Einsätze und dynamische Kontraste ließen die mittelalterlichen Texte lebendig werden, die von Schicksalsklagen über Liebeslieder bis hin zu derben Trink- und Spottgesängen ein breites thematisches Spektrum umfassen.
Die Solisten Alice Fuder (Sopran), Eduard Wagner (Tenor) und Malte Kebschull (Bariton) setzten dabei eindrucksvolle Akzente. In zarten Passagen wie „In trutina" entstand berührende Intimität, während andere Sätze vor rhythmischer Energie und Komik sprühten.
Als am Ende erneut „O Fortuna" erklang, schloss sich der musikalische Kreis. Der Schlussakkord stand einen Moment lang wie ein klangliches Monument im Raum, bevor begeisterter Applaus, Bravo-Rufe und Standing Ovations der Aufführung Anerkennung zollten.
Was bleibt, ist das Gefühl, Teil eines besonderen Abends gewesen zu sein. Monatelange Proben, das spürbare Vertrauen zwischen Dirigent, Orchestermitgliedern und Chören sowie die klare, energiegeladene Leitung des FBO-Dirigenten Miguel Etchegoncelay machten das Großprojekt zu einem herausragenden Erfolg. Einmal mehr zeigte sich, dass sinfonische Blasmusik auf höchstem Niveau zutiefst berühren und verbinden kann, und es wurde deutlich, wie lebendig das musikalische Leben in Freiburg ist.
Das Freiburger Blasorchester und der Unichor Freiburg auf der Bühne des Konzerthauses (Foto: Susanne Ganter)
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