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Augustinermuseum zieht erste Zwischenbilanz
Neue Präsentation im Schwarzwaldbereich: Historische Originale lösen immersive Rauminstallation ab
Seit gut sieben Monaten ist das Augustinermuseum wieder vollständig für Besucher*innen geöffnet und lädt auf rund 3400 QuadratmeternAusstellungsfläche zum Erkunden ein. Vorangegangen waren mehr als 20
Jahre Bauzeit. Im Bereich Schwarzwald konnten Museumsgäste zum Auftakt in eine digital animierte Rauminstallation eintauchen. Ab Samstag, 10. Oktober 2026, präsentiert das Museum nun die historischen Originale aus der Schwarzwaldsammlung. Bei einem Pressetermin im Museum stellten Kulturbürgermeister Roland Meder und die Leitende Direktorin der Museen Freiburg Jutta Götzmann heute nicht nur die neue Präsentation vor, sondern zogen auch eine erste Bilanz: Über 82.000 Besuchende kamen seit der Gesamteröffnung bis Ende September ins neue Augustinermuseum.
Zwischen Innovation, kultureller Vielfalt und historischer Lebenswirklichkeit: der Schwarzwald
Die Ausstellung zum Schwarzwald lädt in drei Räumen dazu ein, die Region jenseits der bekannten Klischees von Bollenhut und Kuckucksuhr neu zu entdecken – als Ort gesellschaftlicher Veränderungen, kultureller Vielfalt und einer oft herausfordernden Lebenswirklichkeit.
Ein Raum widmet sich der Innovationskraft und der Anpassungsfähigkeit der Bevölkerung. Aus der Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu sichern, entwickelten sich traditionelle Handwerke wie die Glas- und Textilherstellung, der Bergbau und die Eisenverhüttung weiter. Der Austausch mit anderen Regionen führte zu vielfältigen Erwerbsformen – von der Strohflechterei und Hinterglasmalerei bis hin zu international erfolgreichen Betrieben des Uhrmacherhandwerks. Die vielfältigen und farbenfrohen Schwarzwälder Trachten stehen im Mittelpunkt eines weiteren Raums. Ursprünglich praktische Kleidung, wurden sie im 19. Jahrhundert zum Ausdruck von sozialem Status, regionaler Herkunft und Tradition.
Zugleich sicherte ihre Herstellung zahlreichen Berufsgruppen – darunter Handwerker*innen, Strohflechter*innen und Sticker*innen – den Lebensunterhalt. Der dritte Raum stellt dem idyllischen Bild des Schwarzwalds mit urigen Höfen, verschneiten Landschaften und fröhlich spielenden Kindern die oft harte Lebenswirklichkeit gegenüber, die von Entbehrungen, strengen Hierarchien und der Mitarbeit aller Familienmitglieder geprägt war.
Rund 200 kulturgeschichtliche Exponate – darunter Gemälde, historische Fotografien, Glas- und Keramikobjekte oder Alltagsgegenstände wie Kleidung und Schlittschuhe – veranschaulichen die damalige Lebenswelt.
Digitale Stationen zu Themen wie „Ausgrenzung" oder „Was ist der Schwarzwald für dich?" laden die Besuchenden zum Nachdenken ein. Wer möchte, kann außerdem eine hölzerne Rückentrage, die sogenannte „Krätze", ausprobieren und dabei einen Eindruck von den körperlich anspruchsvollen Arbeiten vergangener Zeiten gewinnen.
Die Realisierung der Ausstellungsräume wurde durch die Raumpatenschaft der wvib Schwarzwald AG und etliche Verbundfirmen großzügig unterstützt. Hierzu zählen PWO AG, Endress + Hauser AG, Sick AG, Badische Stahlwerke GmbH und Burger Group. Auch Objektpatenschaften von Schwarzwaldfirmen und Privatpersonen ermöglichten die aufwendige Restaurierung von Werken der kulturhistorischen Sammlung.
Mit neuen Themen – von der Schatzkammer bis zum FREI_Raum – präsentiert sich das mehr als 100 Jahre alte Augustinermuseum nun vielfältiger und moderner und lädt Menschen dazu ein, sich aktiv einzubringen. Das Haus hat von der Gesamteröffnung am 28. Februar bis zum 30. September insgesamt 82.494 Besuchende gezählt. Die positive Resonanz schlägt sich auch in der großen Nachfrage bei den Vermittlungsangeboten nieder. Insgesamt haben 256 Erwachsenengruppen, Schulklassen und Kitagruppen das Augustinermuseum besucht.
Seit März findet der reguläre Museumsbetrieb mit einem vielfältigen Programm von Führungen, Workshops, Lesungen und Familienangeboten statt. Neue Veranstaltungsformate wie eine Konzertreihe in der Welte- Lounge oder Themenführungen in den hinzugekommenen Ausstellungsbereichen Protest und Revolution, Stadtgeschichte oder Schatzkammer lockten die Besuchenden ins Haus. Aber auch zu Events wie der Woche der Inklusion, dem Internationalen Museumstag oder dem Tag des offenen Denkmals kamen viele kleine und große Gäste.
© Fotos: Patrick Seeger Augustinermuseum
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