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Herzlich willkommen Clarence Pingpoh! Du bist Teil der Veranstaltungsreihe „Afrika in Deutschland – Sichtbar / Unverzichtbar".
Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview mit dem Kulturforum Freiburg genommen hast.
Clarence Pingpoh ist Herzchirurg aus Leidenschaft. Sein Medizinstudium sowie die Facharztausbildung in Herzchirurgie hat er am Universitätsklinikum Freiburg absolviert, wo er derzeit als Leiter der Sektion für chirurgische Therapie struktureller Herzerkrankungen tätig ist. Von 2020 bis 2022 hat er zudem den Master of Health Business Administration (MHBA) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erworben. Seit Februar 2023 ist er an der Universität Freiburg habilitiert.
Ich engagiere mich ehrenamtlich bei verschiedenen Vereinen in Freiburg, unter anderem bei ACAF e.V. und Scratchmyback e.V. Gemeinsam arbeiten wir daran, ein Netzwerk aufzubauen, das Migranten unterstützt und ihre erfolgreiche Integration fördert. Dabei organisieren wir Bildungs-, Sport- und kulturelle Veranstaltungen, um Begegnungen zu schaffen und nachhaltige Verbindungen in der Gemeinschaft zu ermöglichen.
Ich bin wegen des Studiums nach Freiburg gekommen, habe hier mein Medizinstudium abgeschlossen und anschließend die Facharztausbildung in Herzchirurgie erfolgreich absolviert. Nach zweieinhalb Jahren Tätigkeit in Bern bin ich seit Anfang dieses Jahres zurück in Freiburg, wo ich als Leiter der Sektion für chirurgische Therapie struktureller Herzerkrankungen an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg unter der Gesamtleitung von Prof. Czerny tätig bin.
„It was the best of times, it was the worst of times." – dieser Satz aus Charles Dickens' A Tale of Two Cities beschreibt meine Erfahrungen hier sehr treffend. Ich habe in Freiburg sowohl unglaubliche Unterstützung erfahren, privat wie beruflich, als auch Ausgrenzung erlebt. Freiburg ist für mich und meine Familie zur Heimat geworden, und ich kann mir mittlerweile kaum vorstellen, anderswo zu leben. Dennoch sind die Erinnerungen an die Anfangszeit, besonders als junger Mensch, nicht nur positiv.
Jede Gesellschaft braucht Vielfalt, um sich weiterzuentwickeln. Besonders in der Wissenschaft erleben wir das täglich: Neue Impulse und unterschiedliche Perspektiven sind entscheidend, damit wir Fortschritte erzielen und wachsen können. Wer nicht herausgefordert wird, bleibt stagnierend. Die Industrielle Revolution ebenso wie die technologischen Innovationen aus dem Silicon Valley wurden maßgeblich durch die Vielfalt in der Gesellschaft vorangetrieben.
Dies ist eine App, mit der wir die Diaspora mit Expertinnen und Experten vor Ort in Kamerun (zunächst) und hoffentlich später in ganz Afrika verbinden wollen. Viele Fachleute hier möchten gerne in ihre Heimatländer zurückgeben, finden es aber oft schwierig, dort Kontakte zu knüpfen. Die App soll als Brücke für solche Vorhaben dienen und den Austausch sowie die Zusammenarbeit erleichtern.
Heartbeat e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Aufbau nachhaltiger Herzchirurgie-Programme in Afrika widmet. Unser Ansatz basiert darauf, lokale medizinische Fachkräfte durch praxisnahe Schulungen direkt vor Ort zu stärken. Ziel ist es, langfristige Wirkung zu erzielen und die Eigenständigkeit der Gesundheitssysteme vor Ort zu fördern.
Man hört nie auf zu lernen, und der Begriff „hochgebildet" klingt für mich irgendwie sperrig. Viel wichtiger ist für mich, neugierig zu bleiben und offen für Neues zu sein.
Neugierde ist der beste Nährboden für Weiterentwicklung, und man sollte stets den Status quo hinterfragen. Es gibt viele Beispiele von Menschen, die glaubten, alles besser zu wissen – und doch eines Besseren belehrt wurden, wie die Geschichte von Galileo zeigt.
Die beiden leisten seit einigen Jahren großartige Arbeit mit ihrem Verein. Ich bin regelmäßig Gast bei ihren Veranstaltungen und kann jedem nur empfehlen, daran teilzunehmen.
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