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Gewerbepark Breisgau: Interesse an Klimapavillon in Florida
Im Gespräch: Hans-Jörg Schwander, Leiter der Freiburger Innovation Academy und Initiator des Projektes „Klimax Parcours" bei der Einweihung des neuen Klimapavillons.
Welche Funktion hat der neue Klimapavillon?
In erster Linie ist er ein frei zugänglicher sozialer Treffpunkt für alle Beschäftigten im Gewerbepark mit einer Toilettenanlage. Von Montag bis Freitag sind hier zwei Foodtrucks an der Solaranlage angeschlossen und bieten zur Mittagszeit verschiedene Schnellgerichte und Fingerfood an.
Ein Klimapavillon im Gewerbepark klingt zunächst einmal erklärungsbedürftig.
Gewerbe- und Industriegebiete zählen neben den Innenstädten zu den Hotspots des Klimawandels. Durch versiegelte Flächen wie Straßen, Gebäude und Parkplätze heizen sie sich im Sommer stark auf. Oberflächentemperaturen von mehr als 60 Grad sind, schnell erreicht und dann wird es ungemütlich. Im Gewerbepark Breisgau ist mit dem imposanten Klimapavillon an der Max-Immelmann-Allee ein Kontrapunkt gesetzt worden. Mit dem neuen Gebäude und der Außenanlage wird erfahrbar, was Klimaschutz und Klimaanpassung bedeuten. Einerseits eine intelligente Infrastruktur, weg von fossilen Brennstoffen, hin zur Nutzung von Fahrrad, Pedelec und ÖPNV sowie Photovoltaik und erneuerbaren Baustoffen wie Holz. Auf der anderen Seite stehen die Speicherung und Nutzung von Regenwasser, eine kühlende Dach- und Fassadenbegrünung, versickerungsfähige Bodenbeläge, artenreiche Blühwiesen und die Pflanzung trockenheitsverträglicher Baumarten zur Schattenbildung.
Was ist Ihr persönliches Fazit nach vier Jahren Klimax Parcours?
Es ist ein Gesamtkunstwerk entstanden, an dem sehr viele engagierte Menschen beteiligt waren. Die vier Unternehmen Cewe, Dachser, Losan und Volksbank Breisgau-Markgräflerland hatten mit zwölf Beschäftigten am Fortbildungslehrgang teilgenommen. Daraus entwickelten sich der Fotowettbewerb „Wir ändern das Klima – und warum nicht uns?", eine Hausmesse und das Podiumsgespräch „Heiß- oder Eiszeit" sowie der innovative Holzpavillon des Architekten Florian Technau. Ich bin allen Beteiligten sehr dankbar, ebenso dem Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der badenova sowie dem Gewerbepark Breisgau für die Förderung und räumliche Unterstützung.
Gab es auch Dinge, die Sie genervt haben?
Mich hat überrascht, dass eine Kombination aus Gründach und Photovoltaik im Gewerbepark nicht möglich ist. Die Gebäudeversicherer lehnten dies aufgrund der Brandgefahr ab. Dabei gehört diese Kombination andernorts zu den besterprobten Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in Industrie- und Gewerbegebieten. Ein extensives Gründach sorgt für zusätzliche Wärmedämmung und speichert 50 Prozent des Regenwassers. Auf der gleichen Fläche könnte eine PV-Anlage große Mengen an Solarstrom nahezu CO₂-frei produzieren. Durch Fortbildungen könnten offensichtlich vorhandene Wissensdefizite in der Versicherungsbranche behoben werden.
Ist für Sie das Klimax Parcours-Projekt nach Ende der Förderung abgeschlossen?
Als gemeinnützige Innovation Academy haben wir uns die Umweltbildung auf die Fahnen geschrieben. Jährlich kommen bis zu 360 Delegationen aus 25 Ländern zu uns, um innovative Projekte kennenzulernen. Gewerbe- und Industriegebiete sind für Planende in den Bereichen Ökonomie, Stadt-, Verkehrs-, Energie- und Umweltplanung hochinteressant. Bereits 2024 waren wir mit Delegationen aus Nordrhein-Westfalen im Gewerbepark. Mitte September werden wir per Online-Vortrag den Klimapavillon der Stadtverwaltung Gainesville in Florida präsentieren. Es geht also weiter mit dem Klimax Parcours.
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