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Guy Van Leemput, Herentals B
Seine Porzellanarbeiten sind einzigartig und unverwechselbar in der internationalen Keramikwelt. Sie wurden mit Preisen ausgezeichnet und befinden sich in bedeutenden Museen, wie dem Museum of Modern Ceramic Art in Gifu, Japan. Seit Jahren fertigt Guy Van Leemput hauchdünne Porzellanschalen von geballtem Volumen. Gestaltungsprinzip ist das Aufbauen der Form über einem aufgeblasenen Luftballon. Diese von ihm selbst entwickelte, ungewöhnliche Technik erfordert eine tiefe innere Ruhe und Konzentration. Aus vielen kleinen Porzellanstücken entwickelt der Künstler teils hoch komplexe Muster, inspiriert von der Natur und von den alten Kulturen. Poetische Titel auf dem Boden seiner Gefäße geben Aufschluss darüber.
Guy Van Leemput (*1967) ist studierter Mathematiker und Keramiker. In seinen Gefäßen verbindet er beide Befähigungen auf kongeniale Weise. Er entwickelt Muster von großer Regelmäßigkeit, die in ihrer Linienführung auf geometrische Konstruktionszeichnungen zurückgehen und doch haben sie am Ende nichts Starres. Nach dem Verschmelzen der Oberfläche im Brand fühlen sich die Schalen fast weich an und sind von überwältigender Fragilität. Der Holzbrand hat ihnen den Charme eines leichten Ascheanflugs verliehen. Erhabene Linien erzeugen im Gegenlicht eine überraschende Tiefenwirkung.
Die Ausstellung You are my illusion… – Guy Van Leemput, Herentals/ Belgien (14.02. - 30.03.25) im STUDIO Keramikmuseum Staufen ist Mittwoch-Samstag von 14-17 Uhr und Sonntag von 12-17 Uhr geöffnet. Bei der Vernissage am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr stellt die Kunsthistorikerin Christiane Grathwohl die Arbeiten von Guy Van Leemput vor, der seine besondere Technik vorführt. Lee Ferguson aus Freiburg spielt Schlagzeug.
Der Tragödie hinter dem erst kürzlich komplett restaurierten Haus widmet sich der Film E.1027 – EILEEN GRAY UND DAS HAUS AM MEER.
„Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Künstlerinnen auf die Künste beschränkt, die sich mit Innenräumen befassten – Möbel und Innenarchitektur, Malerei oder Schreiben. Eileen Gray verließ die Enge des Innenraums und betrat das äußere, männliche Territorium: die Architektur. Le Corbusier – der Zeus der französischen Moderne – reagierte darauf und wies sie in ihre Schranken.“ Der Film thematisiert, wie Machtverhältnisse demonstriert und ausgenutzt werden und das Werk einer Gestalterin bewusst gecancelt werden sollte.“ (Die Regisseurin Beatrice Minger)
In Kooperation mit dem Architekturforum Freiburg
Film und Architektur | Wiederholung aufgrund großer Nachfrage
CH 2024 / OmU / 89 Min. / Regie: Beatrice Minger //
Mi 12.02., 21:00 / Fr 14.02., 19:00 //
Mit 74 Jahren hat Pedro Almodóvar erstmals auf Englisch gedreht – ohne dass sich der Sprachwechsel auf die für sein Werk charakteristische stilistische Eleganz oder die Faszination für vielschichtige Frauenfiguren ausgewirkt hätte. Mit den beiden exzellenten Hauptdarstellerinnen Julianne Moore und Tilda Swinton erzählt Almodóvar nicht nur von einer tiefen Freundschaft zwischen zwei Frauen, dem Leben und dem Prozess selbstbestimmten Sterbens. Mit vergleichsweise stiller, gedimmter Dramatik wirft er zudem noch eine ganze Reihe weiterer existenzieller Fragen auf. Dafür hat der er in Venedig den Goldenen Löwen erhalten. (Viennale)
Spanien 2024 / OmU / 107 Min. / Regie: Pedro Almodóvar / Mit Tilda Swinton, Julianne Moore //
Fr 07.02., 19:00 / Do 13.02., 21:30 //
Kinohighlights 2024
Wodurch wird Filmmusik unvergesslich? Warum prägt kaum wahrgenommene Musik so stark unser Filmerlebnis? Der Dokumentarfilm zeigt, wie einige der berühmtesten Musikthemen der Kinogeschichte konzipiert wurden und wie die Entwicklungsstufen vom leeren Notenblatt bis zum fertigen „Score“ verlaufen. Berühmte Komponisten wie John Williams und Hans Zimmer, sprechen über ihre Arbeitsweisen sowie über Funktionen und Strategien der Musik. Der Film demonstriert die Macht und den Einfluss die Filmmusik auf uns hat und dokumentiert, wie die Komponisten sie zusammenstellen und den Film so untermalen, dass er beim Publikum unmittelbar intensive Reaktionen auslöst. Nach diesem Film werden Sie Filme anders hören.
USA 2017 / OmU / 93 Min. / Regie: Matt Schrader / Mit Hans Zimmer, John Williams, Trent Reznor, James Cameron //
resonance: Musik & Film – Schwerpunkt Filmmusik
Do 13.02., 19:00, Einführung: Hochschule für Musik / Do 20.02., 21:30 //
Der Tragödie hinter dem erst kürzlich komplett restaurierten Haus widmet sich der Film E.1027 – EILEEN GRAY UND DAS HAUS AM MEER.
„Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Künstlerinnen auf die Künste beschränkt, die sich mit Innenräumen befassten – Möbel und Innenarchitektur, Malerei oder Schreiben. Eileen Gray verließ die Enge des Innenraums und betrat das äußere, männliche Territorium: die Architektur. Le Corbusier – der Zeus der französischen Moderne – reagierte darauf und wies sie in ihre Schranken.“ Der Film thematisiert, wie Machtverhältnisse demonstriert und ausgenutzt werden und das Werk einer Gestalterin bewusst gecancelt werden sollte.“ (Die Regisseurin Beatrice Minger)
In Kooperation mit dem Architekturforum Freiburg
Film und Architektur | Wiederholung aufgrund großer Nachfrage
CH 2024 / OmU / 89 Min. / Regie: Beatrice Minger //
Mi 12.02., 21:00 / Fr 14.02., 19:00 //
Freiburger Premiere
In der Mongolei werden Tausende von Nomaden durch Klimawandel und fortschreitende Wüstenbildung gezwungen, ihr naturverbundenes Leben für ein Arbeitsleben in der Stadt aufzugeben. Das droht auch Davaasuren, Otgonzaya und ihren vier Kindern. Wie Generationen vor ihnen, hüten sie Ziegen und Pferde in den weiten Landschaften der Wüste Gobi, doch verheerende Sandstürme bedrohen ihre Lebensweise. Aber wie soll das gehen in der Stadt, sich gegen Lohn am Raubbau der Erde beteiligen, inmitten anderer Geräusche, umgeben von Licht und ohne die Pferde, dem Sinnbild mongolischer Identität?
Gabrielle Brady spielt in ihren hybriden Filmen mit den Genres und ergänzt den Dokumentarfilm gezielt mit fiktionalen Elementen.
Mensch & Klima | Freiburger Premiere
Australien, Mongolei, D 2024 / OmU / 97 Min. / Regie: Gabrielle Brady / Mit Davaasuren Dagvasuren, Otgonzaya Dashzeveg //
Mi 12.02., 19:00, Videogepräch mit Gabrielle Brady und Produzent Alexander Wadou / So 16.02., 17:00 //
Wir laden ein: Bei unserer Podiumsdiskussion treffen Spitzenkandidat*innen des Wahlkreises Freiburg und Vertreter*innen lokaler Gemeinwohl-Unternehmen aufeinander. Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl und die neue Legislaturperiode sprechen wir gemeinsam über die Bedarfe und Potenziale gemeinwohlorientierter Wirtschaft.
Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung über Eventbrite. Kommt zahlreich und bringt eure Fragen mit! Direkter und persönlicher Austausch möglich.
Worum es geht
„Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher und ökologischer [...] Veränderungen werden Zukunftsgestalter*innen gebraucht [...]. Gemeinwohlorientierte Unternehmen leisten dabei einen unverzichtbaren Beitrag.“ (Aus der Präambel der Nationalen Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen)
Gemeinwohl-Unternehmen definieren sich nicht rein über den Profit, sondern über die gesellschaftliche Wirkung: z.B. faire Lieferketten, klimaneutrale Produkte bei gleichzeitig guten Arbeitsbedingungen. So werden zentrale gesellschaftliche Bedürfnisse adressiert und gleichzeitig für Beschäftigung und finanziellen Wohlstand gesorgt.
Gemeinsam wollen wir diskutieren: Welche Rahmenbedingungen braucht es, um dieses Wirkungspotenzial zu entfalten? Wie können wir diese weiterentwickeln und damit gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen begegnen?
Teilnehmende am Podium:
"Ich versteh nur Chinesisch!" hört man bisweilen, wenn etwas ganz und gar unverständlich ist. Zu Unrecht! Denn die ersten chinesischen Wörter und Zeichen zu erlernen, ist leichter als man denkt! Glauben Sie nicht? Probieren Sie es in unseren kostenlosen Chinesisch Schnupperkursen aus! Wir verschaff en Ihnen in 60 Minuten einen Überblick über die Grundlagen der Chinesischen Sprache, die lateinische Umschrift "Pinyin" sowie die ersten Schriftzeichen. Entdecken Sie die bildhafte chinesische Sprache! Der Schnupperkurs findet im Konfuzius-Institut Freiburg (Turmstraße 24) statt und richtet sich an Anfänger:innen ohne Vorkenntnisse. Nur mit Anmeldung unter: info@ki-freiburg.de oder 0761/20397888
Über weite Teile des 20. Jahrhunderts war Theater in den Augen vieler Intellektueller und Parteiführer das bedeutendste Massenmedium in China, weil es auch die leseunkundigen Massen erreichte. In der von Social Media, Film und Fernsehen dominierten Medienwelt und der gänzlich anders strukturierten chinesischen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts scheint dies nicht mehr zu gelten, dennoch wird weiter Theater gespielt, geschaut und überwacht.
Wo also findet Theater in der Volksrepublik heute statt, wie sieht es aus, welches Publikum erreicht es und welche gesellschaftliche und politische Wirkung kann es noch entfalten? Werden chinesischen Bühnen von kommerzialisiertem Entertainment und Propagandastücken dominiert? Oder gibt es auch Nischen, in denen anspruchsvolle Künstler:innen gesellschaftlich relevante Dramen inszenieren? Hat das traditionelle Singspiel noch einen Platz? Wie fügen sich Theatermacher:innen aus der Volksrepublik heute in die globale Theaterwelt ein?
Dr. Stefan Christ wird diese Fragen in seinem Vortrag anhand aktueller Aufführungen erkunden und dabei besonders die politische und gesellschaftliche Relevanz in den Fokus nehmen. Dr. Stefan Christ hat Philosophie und Sinologie in Berlin, Hamburg, Beijing, und Nanjing studiert. Er hat zahlreiche chinesische Theaterstücke übersetzt und Aufführungen von Lin Zhaohua, Meng Jinghui, Nick Yu Rongjun und Tian Gebing untertitelt. Für seine Übersetzungsarbeit wurde er 2019 mit dem Special Book Award of China auf der Pekinger Buchmesse ausgezeichnet. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und arbeitet an einem Buch zum zeitgenössischen historischen Drama in China.
Eintritt frei! | Wir freuen uns über Ihre Anmeldung: info@ki-freiburg.de | Eine spontane Teilnahme ist ebenfalls möglich. Unsere Kooperationspartner dieser Veranstaltung: Institut für Sinologie der Universität Freiburg, Colloqium politicum & Wallgraben Theater Freiburg
Ryuichi Sakamoto ist eine Legende. Er komponierte die Musik zu Filmen wie DER LETZTE KAISER oder THE REVENANT und gewann alle relevanten Auszeichnungen für Filmmusik, von Oscars bis zu Grammys. Im Endstadium seiner Krebserkrankung sammelte er mit und für seinen Sohn, den Filmemacher Neo Sora, die Energie für einen letzten Auftritt: ein Konzertfilm, nur mit ihm und seinem Flügel.
Die Stücke umspannen die Karriere vom Popstar mit dem Yellow Magic Orchestra über die großartigen Bertolucci-Filmmusiken bis zum letzten, meditativen Album „12“. Kongenial gelang es Neo Sora, die Intimität des Abschiedskonzertes seines Vaters klanglich und fokussierendem Schwarz-Weiß aufzuzeichnen und zu bewahren.
In Kooperation mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft e.V.
Japan 2023 / OF / 103 Min. / Regie: Neo Sora / Mit: Ryuichi Sakamoto //
So 09.02., 19:30 / Fr 14.02., 21:00 //
resonance: Musik & Film – Schwerpunkt Filmmusik
Prabha und Anu arbeiten in einem Spital in Mumbai und teilen sich eine Wohnung. Prabha hat seit Jahren nichts von ihrem Mann gehört und verbietet sich jedes Liebesleben, die jüngere Anu ist frisch verliebt und trifft sich heimlich mit einem jungen Mann, den sie nicht lieben darf. Erst als sich die beiden Frauen auf einen Roadtrip an die Küste begeben, eröffnen sich ihnen neue Horizonte.
Vor der Kulisse des nächtlichen Mumbais inszeniert Payal Kapadia einen eindringlichen Film über weibliche Selbstbestimmung und schreibt damit Geschichte: In Cannes wurde sie als erste indische Filmemacherin mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.
F, Indien, NL, Luxemburg 2024 / OmU / 114 Min. / Regie: Payal Kapadia / Mit Kani Kusruti, Divya Prabha, Chhaya Kadam, Hridhu Haroon //
Mi 05.02., 19:00 / So 09.02., 17:00 / So 16.02., 19:00 //
Mogli ist ein Findelkind, das im Dschungel von einem Rudel Wölfe großgezogen wird. Eines Tages taucht der böse Tiger Shir Khan auf, der es auf den kleinen Jungen abgesehen hat. Mit Hilfe des Panthers Baghira zieht Mogli los, um Schutz in der Menschensiedlung zu suchen. Unterwegs treffen sie auf den gemütlichen Bären Balou, der es gar nicht gerne sieht, dass Mogli zurück zu den Menschen muss. Als auch noch die listige Schlange Ka auftaucht und der Orang-Utan Louie beschließt, König zu sein, steht der Dschungel endgültig Kopf! Der abendfüllende Zeichentrickfilm ist vor allem für seinen legendären Soundtrack weltberühmt.
In Kooperation mit dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser Freiburg wird es im Foyer einen Informationsstand zum Tag der Kinderhospizarbeit geben und jedes Kind erhält einen Kino-Snack.
USA 1967 / 118 Min. / Regie: Wolfgang Reitherman / empfohlen ab 6 Jahren //
So 09.02., 15:00, der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser Freiburg bietet im Foyer einen Informationstand zum Tag der Kinderhospizarbeit und jedes Kind erhält einen Kino-Snack / So 16.02., 15:00 //
Musik verbindet! Klassiker
DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE
Jans Leben ist eine Baustelle, wie eigentlich ganz Berlin und die Welt der 1990er-Jahre. Sozusagen aus Versehen vermöbelt er Polizisten, verliert seinen Job als Schlachter, aber immerhin verliebt er sich in Vera. Doch wohin verschwindet sie ständig und ist er jetzt HIV infiziert? Die beiden sind nicht die einzigen Protagonist*innen des Films, die sich selbst, nach anderen, nach etwas Glück und der großen Liebe suchen. Wolfgang Becker gelingt es hier, eine ungewöhnliche Filmsprache zu entwickeln, die sowohl sensibel und leise als auch schrill und komisch sein kann und die kleinen Dinge so groß wie die Kinoleinwand werden lässt.
Deutschland 1997 / OF / 116 Min. / Regie: Wolfgang Becker / Mit Jürgen Vogel, Christiane Paul, Ricky Tomlinson //
Sa 08.02., 21:30 //
Double-Feature
IN MEMORIAM WOLFGANG BECKER
Eines von Wolfgang Beckers großen Talenten lag darin, die Lebensgefühle einer Epoche zu erfassen und sie mit seinen Protagonist*innen zu kondensieren. Seine Filme DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE und GOOD BYE, LENIN! wurden zu Klassikern, er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Student‘s-Oscar, dem Goldenen Leoparden in Locarno sowie dem europäischen Filmpreis. Mit der von ihm mitbegründeten Produktionsfirma „X Filme Creative Pool“ verlieh er darüber hinaus dem deutschen Film einen der wichtigsten Impulse der letzten Jahrzehnte. Wolfgang Becker verstarb im Dezember. Wir zeigen seine zwei wichtigsten Filme im Double-Feature.
GOOD BYE, LENIN!
In den letzten Tagen der DDR fällt die Mutter eines 21-jährigen Ostberliners ins Koma und wacht erst nach der Wiedervereinigung wieder auf. Um ihr schwaches Herz zu schonen, bemühen sich ihre Kinder darum, den Fortbestand der DDR vorzugaukeln. Wolfgang Becker gelingt es, über eine Komödie hinauszugehen, indem er, bei aller Ironie, mit viel Fingerspitzengefühl das verlorengegangene Alltagsleben der Ost-Deutschen würdigt und die West-Deutschen lehrt, wie tiefgreifend und persönlich die Veränderungen der Wiedervereinigung für die Ostbürger*innen waren. Der detailreiche Film, das Drehbuch, der Regisseur sowie Daniel Brühl als Hauptdarsteller wurden mehrfach national und international ausgezeichnet.
Deutschland 2003 / OF / 117 Min. / Regie: Wolfgang Becker / Mit Daniel Brühl, Katrin Sass, Maria Simon //
Sa 08.02., 19:00 //
Double-Feature
IN MEMORIAM WOLFGANG BECKER
Eines von Wolfgang Beckers großen Talenten lag darin, die Lebensgefühle einer Epoche zu erfassen und sie mit seinen Protagonist*innen zu kondensieren. Seine Filme DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE und GOOD BYE, LENIN! wurden zu Klassikern, er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Student‘s-Oscar, dem Goldenen Leoparden in Locarno sowie dem europäischen Filmpreis. Mit der von ihm mitbegründeten Produktionsfirma „X Filme Creative Pool“ verlieh er darüber hinaus dem deutschen Film einen der wichtigsten Impulse der letzten Jahrzehnte. Wolfgang Becker verstarb im Dezember. Wir zeigen seine zwei wichtigsten Filme im Double-Feature.
Der griechische Kultregisseur Yorgos Lanthimos (THE LOBSTER, THE FAVOURITE) hat mit POOR THINGS eine gewagte Variation der Frankenstein-Geschichte geschaffen, die bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurden.
Dem entstellten Wissenschaftler Dr. Godwin Baxter (Willem Dafoe) gelingt das Unglaubliche, als er der verstorbenen Bella (Emma Stone) im Zuge seiner unorthodoxen Experimente neues Leben einhaucht. Auch wenn ihr Körper und Geist am Anfang noch nicht völlig im Einklang sind, ist die junge Frau wissbegierig, möglichst viel Neues zu erlernen. Doch behütet im Heim des ungewöhnlichen Genies, kann sie auf ihrem Weg zur eigenen Identität nur eine gewisse Strecke vorankommen. Für die nötige Weltgewandtheit rennt Bella schließlich mit dem verschlagenen Anwalt Duncan Wedderburn davon und erlebt so ein mehrere Kontinente überspannendes Abenteuer. Auf ihrer Reise befreit sie sich immer mehr von den Zwängen und Vorurteilen ihrer Zeit und beginnt, für Gleichheit und Freiheit einzutreten.
Irland, GB, USA 2023 / OmU /141 Min. / Regie: Yorgos Lanthimos / Mit Emma Stone, Mark Ruffalo, Willem Dafoe //
Do 06.02., 19:00, mit Einführung: Emily Goller / Fr 07.02., 21:30 //
Kinohighlights 2024
J.S. Bachs Johannes-Passion, erstmals 1724 aufgeführt, bleibt bis heute eines der faszinierendsten Werke der Musikgeschichte. Bach selbst hat das Stück mehrmals überarbeitet, doch eine endgülti-ge Fassung gibt es nicht – das Werk war immer im Fluss.
In unserer Aufführung reihen wir uns in diese Tradition der Überarbeitung ein: Mit Chor, Solistinnen und einer aufregenden Percussion-Besetzung (Marimba, Vibraphon, Xylophon) bringen wir die Energie und vor allem den Rhythmus von Bachs Musik auf ganz neue Weise zum Leben. In Zusammenarbeit mit „Kaiserstuhl Percussion“ möchten wir Zuhörerinnen jeglicher Couleur an-sprechen und zugleich den Auftakt zum 50. Jubiläum des Deutsch-Französischen Chor Freiburg feiern – ein spannender Mix aus Tradition und frischer Innovation!
Mit 74 Jahren hat Pedro Almodóvar erstmals auf Englisch gedreht – ohne dass sich der Sprachwechsel auf die für sein Werk charakteristische stilistische Eleganz oder die Faszination für vielschichtige Frauenfiguren ausgewirkt hätte. Mit den beiden exzellenten Hauptdarstellerinnen Julianne Moore und Tilda Swinton erzählt Almodóvar nicht nur von einer tiefen Freundschaft zwischen zwei Frauen, dem Leben und dem Prozess selbstbestimmten Sterbens. Mit vergleichsweise stiller, gedimmter Dramatik wirft er zudem noch eine ganze Reihe weiterer existenzieller Fragen auf. Dafür hat der er in Venedig den Goldenen Löwen erhalten. (Viennale)
Spanien 2024 / OmU / 107 Min. / Regie: Pedro Almodóvar / Mit Tilda Swinton, Julianne Moore //
Fr 07.02., 19:00 / Do 13.02., 21:30 //
Kinohighlights 2024
Der griechische Kultregisseur Yorgos Lanthimos (THE LOBSTER, THE FAVOURITE) hat mit POOR THINGS eine gewagte Variation der Frankenstein-Geschichte geschaffen, die bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurden.
Dem entstellten Wissenschaftler Dr. Godwin Baxter (Willem Dafoe) gelingt das Unglaubliche, als er der verstorbenen Bella (Emma Stone) im Zuge seiner unorthodoxen Experimente neues Leben einhaucht. Auch wenn ihr Körper und Geist am Anfang noch nicht völlig im Einklang sind, ist die junge Frau wissbegierig, möglichst viel Neues zu erlernen. Doch behütet im Heim des ungewöhnlichen Genies, kann sie auf ihrem Weg zur eigenen Identität nur eine gewisse Strecke vorankommen. Für die nötige Weltgewandtheit rennt Bella schließlich mit dem verschlagenen Anwalt Duncan Wedderburn davon und erlebt so ein mehrere Kontinente überspannendes Abenteuer. Auf ihrer Reise befreit sie sich immer mehr von den Zwängen und Vorurteilen ihrer Zeit und beginnt, für Gleichheit und Freiheit einzutreten.
Irland, GB, USA 2023 / OmU /141 Min. / Regie: Yorgos Lanthimos / Mit Emma Stone, Mark Ruffalo, Willem Dafoe //
Do 06.02., 19:00, mit Einführung: Emily Goller / Fr 07.02., 21:30 //
Prabha und Anu arbeiten in einem Spital in Mumbai und teilen sich eine Wohnung. Prabha hat seit Jahren nichts von ihrem Mann gehört und verbietet sich jedes Liebesleben, die jüngere Anu ist frisch verliebt und trifft sich heimlich mit einem jungen Mann, den sie nicht lieben darf. Erst als sich die beiden Frauen auf einen Roadtrip an die Küste begeben, eröffnen sich ihnen neue Horizonte.
Vor der Kulisse des nächtlichen Mumbais inszeniert Payal Kapadia einen eindringlichen Film über weibliche Selbstbestimmung und schreibt damit Geschichte: In Cannes wurde sie als erste indische Filmemacherin mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.
F, Indien, NL, Luxemburg 2024 / OmU / 114 Min. / Regie: Payal Kapadia / Mit Kani Kusruti, Divya Prabha, Chhaya Kadam, Hridhu Haroon //
Mi 05.02., 19:00 / So 09.02., 17:00 / So 16.02., 19:00 //
"Man hört etwas anderes, wenn man sieht, und man sieht etwas anderes, wenn man hört." (Michel Chion)
An zwei Abenden präsentieren junge Komponist*innen des Instituts für Neue Musik Freiburg Tonspuren zu Filmen des Riegeler Filmemachers Telemach Wiesinger. Ein wichtiger Aspekt bei der Erarbeitung der Tonspuren war die Frage: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung von Filmen bei verschiedenartiger Musik? Wie lässt sich die Veränderung des Hörens beim Sehen und umgekehrt erfahrbar machen, über die wechselseitige Einflussnahme von Ton und Bild?
Mitwirkende: Vasiliki Kourti-Papamoustou (Produktionsleitung), Alexander Grebtschenko (Künstlerische Leitung), Studio für Elektronische Musik der Hochschule für Musik Freiburg, junge Komponist*innen des Instituts für Neue Musik
In Kooperation mit der Hochschule für Musik Freiburg
FilmMusik I: Di 04.02., 19:00 / FilmMusik II: Di 11.02., 19:00
FilmMusik | Kinoabend mit Produktionen aus dem Institut für Neue Musik