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Retrospektive Alexander Kluge
Fasching in der postfaschistischen Gesellschaft, inmitten im Frankfurter Häuserkampf und der Räumung des „Blocks“ in der Schumannstraße mit Unmengen an Polizei und ordentlich „Abriß, Aufbau, Krach“. Zwei Frauen, die eine mit, die andere ohne Koffer, ziehen durch eine wilde Mischung aus Dokumentation und Story. Die eine ist „Beischlafdiebin“ und entwendet den Männern die Portemonnaies, die andere ist eine DDR-Spionin, die nicht Staatsgeheimnisse, sondern die gesellschaftliche Wirklichkeit erforscht. Beide sind irgendwie Nachfahrinnen von Anita G. und Roswitha Bronski.
Retrospektive Alexander Kluge
BRD 1974, 90 Minuten. Produktion, Drehbuch und Regie: Alexander Kluge, Edgar Reitz; Kamera: Edgar Hörmann, Alfred Hürmer, Edgar Reitz; Schnitt: Beate Mainka-Jellingshaus
Di 30.06., 19:30, Einführung: Studierende der Soziologie
Retrospektive Alexander Kluge
Roswitha Bronski, Mutter zweier Kinder, eröffnet eine Abtreibungspraxis, um ihre Familie zu ernähren. Als ein Arzt, an den sie schwierige Fälle verweist, eines „Kunstfehlers“ verdächtigt wird, muss Roswitha ihre Tätigkeit aufgeben. „Gib mir einen Punkt außerhalb der Familie und ich werde die Welt bewegen“, sagt Roswitha, wieder gespielt von Alexandra Kluge. Nun beginnt sie sich politisch zu engagieren: Gegen die angeblich geplante Stilllegung des Betriebs, in der ihr Mann arbeitet.
BRD 1973, 131 Min., Regie, Buch: Alexander Kluge. Kamera: Thomas Mauch. Schnitt: Beate Mainka-Jellinghaus. Ton: Gunter Kortwich. Darsteller: Alexandra Kluge, Franz Bronski (Bion Steinborn), Sylvia Gartmann, Traugott Buhre, Alfred Edel
Mit Kurzfilm: LEHRER IM WANDEL, 1963 von Alexander und Alexandra Kluge.
Retrospektive Alexander Kluge
Mo 15.06., 19:30, Einführung: Studierende der Soziologie
Retrospektive Alexander Kluge
Ratlos träumt die Zirkusdirektorin Leni Peickert von einem neuen, politischen Zirkus – einem Ort der Aufklärung und des Engagements. Doch ihre idealistische Vision scheitert an den Realitäten von Wirtschaft, Medien und Macht. Alexander Kluge erzählt diese Geschichte in einer Mischung aus Spielszenen, Dokumenten, Interviews und Reflexionen, die zugleich ein
Sinnbild der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft ist. Der Film fragt, wie Kunst gesellschaftlich wirksam sein kann, ohne sich dem Spektakel zu beugen. Mit seiner formalen Strenge und intellektuellen Ironie wurde Kluges Werk zu einem zentralen Beitrag des Neuen Deutschen Films in der Zeit der studentischen Protestbewegung. Er erhielt auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig 1968 den Goldenen Löwen.
Retrospektive Alexander Kluge
BRD 1968, 103 Min., Regie & Drehbuch: Alexander Kluge. Kamera: Günther Hörmann, Thomas Mauch, Schnitt: Beate Mainka-Jellinghaus
Di 09.06., 19:30, Einführung: Jörg Später
Retrospektive Alexander Kluge
ABSCHIED VON GESTERN
Der Film erzählt die Geschichte der 22-jährigen Anita G., die aus der DDR in die Bundesrepublik flieht, in der Hoffnung auf ein besseres, freieres Leben. Doch statt der erhofften Ankunft beginnt für die junge Frau, die als Kind jüdischer Eltern bereits Verfolgung erlebt hat, eine unstete Odyssee durch die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft. Der „Abschied von gestern“, den der Film formuliert, ist historisch keine leichte Sache, selbst wenn man an die „Stunde Null“ oder die „Gnade der späten Geburt“ glaubt. Der Film gewann den Silbernen Löwen und damit die erste Auszeichnung für einen deutschen Film seit Kriegsende 1945.
Vor dem Hauptfilm zeigen wir
BRUTALITÄT IN STEIN
Der Film untersucht den Zusammenhang zwischen der Architektur und der Ideologie des Nationalsozialismus. Gezeigt werden monumentale Bauwerke und Ruinen, insbesondere auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.
Retrospektive Alexander Kluge
BRD 1966; 88 Min., Drehbuch: Alexander Kluge; Kamera: Edgar Reitz, Thomas Mauch
Di 02.06., 19:30, Begrüßung: Neriman Bayram, Einführung: Jörg Später
Kinderkino - Krimi
Seitdem Rico und Oskar dem Kindesentführer „Mister 2000“ das Handwerk gelegt haben, sind die beiden Jungs unzertrennliche Freunde. Oskar ist sogar bei Rico und seiner Mutter eingezogen, allerdings nur, weil sein Vater sich aus dem Staub gemacht hat. Von den Dorettis wird er aber herzlich aufgenommen und willkommen geheißen. Und natürlich kommt Oskar auch mit zu den wöchentlichen Bingo-Abenden. Da fällt dem cleveren Jungen auf, dass bei der Vergabe der Gewinne ordentlich gemogelt wird. Aber das Schlimmste ist: Ricos Mutter scheint mit den Betrügern unter einer Decke zu stecken. Ein neuer Fall für Rico und Oskar!
Kinderkino - Krimi
D 2015, 95 Min., Regie: Wolfgang Groos, empfohlen ab 8 Jahren
So 21.06., 15:30 / So 28.06., 15:30
Kinderkino - Laufen für den Regenwald
Die 11-jährige Kéria lebt auf der Insel Borneo in Asien in einer großen Stadt. Mit der Kultur ihrer Familie, die den indigenen Penan angehört, hat sie wenig zu tun. Genauso wenig wie mit dem Urwald auf der Insel. Eines Tages begleitet Kéria ihren Vater zur Arbeit, der für eine Firma arbeitet, die die Bäume des Urwalds abholzt. Dabei rettet sie ein Orang-Utan Baby, dessen Mutter bei den Bauarbeiten gestorben ist. Von nun an kümmert sich das Mädchen um den kleinen Affen Oshi und die zwei bauen eine starke Bindung zueinander auf. Als sich Kéria dann aber mit ihrem indigenen Cousin Selaï streitet und er mit den kleinen Orang-Utan in den Urwald läuft, wagt sich auch das Mädchen tief in den Wald hinein. Eine aufregende Spurensuche beginnt.
In Kooperation mit dem Rainforest-Run. Die Eintritte werden zum Schutz des Regenwalds eingesetzt.
Kinderkino - Laufen für den Regenwald
Schweiz, Frankreich, Belgien 2024, 87 Min., Regie: Claude Barras, empfohlen ab 9 Jahren
So 14.06., 15:30
Kinderkino
Überrascht trifft die 12-jährige Jackie abends im Rijksmuseum in Amsterdam auf eine Dame aus dem 17. Jahrhundert, die aus einem Gemälde von Rembrandt gestiegen ist. Die junge Frau namens Oopjen braucht dringend Hilfe und bittet Jackie darum, mit ihr zusammen das verschollene Portrait ihrer Schwester zu suchen. Entschlossen machen sich die beiden Kunstdetektivinnen auf, das Bild zu finden. Doch Oopjen ist in der heutigen Welt der Großstadt völlig überfordert und wäre ohne Jackie aufgeschmissen. Zum Glück ist die 12-Jährige ziemlich gut darin, anderen zu helfen. Als ihre neue beste Freundin entführt wird und das Museum Lösegeld zahlen soll, ist für Jackie klar: Sie muss Oopjen retten!
Kinderkino
Niederlande 2020, 90 Min., Regie: Annemarie van de Mond, empfohlen ab 8 Jahren
So 07.06., 15:30
40 Jahre TRITTA*
Jamila (9), Rachel (11) und Faseeha (12) starten mit der Crew Sisterqueens durch und werden dabei vier Jahre von der jungen Filmemacherin Clara Stella Hünekes begleitet. Wir sehen Proben, Studioaufnahmen und Bühnenauftritte und wie sie den Geschlechterklischees mit ihren eigenen Songs etwas entgegensetzen. Sie tauschen sich über Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung aus und verarbeiten alles in Reimen. Faseeha testet die Grenzen zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen aus, Rachel denkt über Selbstbestimmung nach und Jamila wird Zeugin eines Zwischenfalls, der sie an der Polizei zweifeln lässt. Immer mit Humor und auf den Punkt, rappen und diskutieren sie ihre Ideen und Fragen zum Sein.
Zum 40. Geburtstag von Tritta* - Verein für feministische Jugendarbeit e.V.
40 Jahre TRITTA*
Deutschland 2024, OmeU, 97 Min., Regie: Clara Stella Hüneke
Di 23.6., 19:30, Eintritt frei, nach dem Film gibt es einen lockeren Austausch auf dem Vorplatz. Für Getränke ist gesorgt.
On Location – Ebneter Kultursommer
Lotte Reinigers Film aus dem Jahre 1926 ist ein abendfüllender Scherenschnittfilm. Sie entwickelte die Silhouettenfilmtechnik zu künstlerischer Perfektion. Obwohl es sich um den ersten abendfüllenden Animationsfilm der Filmgeschichte handelt, ist ihr Werk lange Zeit weitgehend unbekannt geblieben. Lotte Reiniger bediente sich an Motiven aus „1001 Nacht“ und erzählt von der abenteuerlichen Reise des Prinzen Achmed, die am Hofe des großen Kalifen beginnt. Die Geschichte von Achmed, Aladdin und der Prinzessin Pari Banu hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Die Begleitmusik liefern Günter A. Buchwald und Frank Bockius mit Klavier und Schlagzeug. Das Duo arbeitet seit mehr als 30 Jahren zusammen, weltweit und in Freiburg.
On Location – Ebneter Kultursommer
Deutschland 1926, 65 Min., Regie: Lotte Reiniger
Fr 19.06., 17:30 in der Kulturscheune Ebnet, am Klavier: Günter A. Buchwald, Percussion: Frank Bockius
HINSCHAUEN – FilmRäume von Dokumentationszentrum Nationalsozialismus & Koki
Hannah Arendt ist aktueller denn je, und ihre Fragen nach Freiheit, Verantwortung und Urteilskraft sind drängender als je zuvor. Barbara Sukowa spielt die einflussreiche deutsch-jüdische Philosophin und Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt. Im Mittelpunkt steht Arendts Beobachtung und Bewertung des Prozesses gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem. Hier entwickelt sie ihre provokante These von der „Banalität des Bösen“. Verdichtet zum dynamisch erzählten Porträt einer Ausnahme-Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, beeindruckt der Film auch durch seine intimen Schilderungen des New Yorker Milieus der deutsch-jüdischen Emigrant*innen zu Beginn der 1960er-Jahre.
HINSCHAUEN – FilmRäume von Dokumentationszentrum Nationalsozialismus & Koki
Deutschland 2012, 113 Min., Regie: Margarethe von Trotta. Mit Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer
Di 16.06., 19:30 mit Gespräch im Anschluss
Rainforest Run
Jahrzehnte nach dem mysteriösen Verschwinden von Bruno Manser im Regenwald Borneos lebt das Erbe des Schweizer Umweltaktivisten weiter. Im Kampf gegen die Abholzung der letzten Urwälder tun sich Lukas Straumann vom Bruno Manser Fonds in Basel, Mutang Urud, Freund und ehemaliger Weggefährte Mansers, die Investigativjournalistin Clare Rewcastle sowie der Radiomoderator Peter Jaban zusammen. Bei ihren Recherchen zum illegalen Holzeinschlag auf Borneo stoßen sie auf ein globales Korruptionsnetz, das von der malaysischen Regierungselite bis zur Deutschen Bank reicht.
Nach dem Film berichtet Sophie Schwer, Mitarbeiterin beim Bruno Manser Fond und Fraktionsvorsitzende der Grünen, von der aktuellen Lage in Borneo.
In Kooperation mit Rainforest Run e.V., der Gewinn wird zum Schutz des Regenwalds gespendet
Rainforest Run
Schweden 2017, 78 Min., Regie: Erik Pauser, Dylan Williams
So 14.06., 17:30, im Anschluss Gespräch mit Sophie Schwer
Stummfilm mit Live-Musik
Bisher war der jungen Renée die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres geliebten Vaters sicher. Doch nach seiner Hochzeit verändern sich die häuslichen Verhältnisse. Getrieben von Eifersucht beginnt das Mädchen einen erbitterten Konkurrenzkampf mit der Stiefmutter. Als ein Versöhnungsversuch scheitert, schickt der Vater die stürmische Renée schließlich in ein Schweizer Internat. Sie aber flieht als Hirtenjunge verkleidet über die Grenze nach Italien. Während ihrer Reise durch das Land wird ein Maler auf Renées Geigenspiel aufmerksam. Er nimmt den vermeintlichen Jungen bei sich auf – und findet schon bald in Renée seine Muse.
Aus den Beständen der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Stummfilm mit Live-Musik
D 1925/26, 82 Min., Regie: Paul Czinner
Sa 13.06., 19:30, an Klavier und Violine: Günter A. Buchwald
85 Jahre Bob Dylan
Donn Alan Pennebaker gilt vielen als Pionier des Konzertfilms. Seine Dokumentation DON’T LOOK BACK über die erste Auslandstournee des damals gerade berühmt gewordenen Bob Dylan in England 1965 war weit mehr als ein Abfilmen von Bühnenauftritten. D.A. Pennebaker richtete seine Kamera auf das, was Backstage geschah, sein Film zeigt Dylan während Interviews mit Journalisten, mit Fans und wie er mit seiner damaligen Lebensgefährtin Joan Baez gemeinsam in einem Hotelzimmer singt. Mit seinem Stil, mit Handkamera und Originalton zu filmen, führte er das französische Cinéma Vérité in die US-amerikanische Popkultur ein.
85 Jahre Bob Dylan
USA 1967, OmeU, 96 Min., Regie: D. A. Pennebaker
Do 11.06., 22:00
Gute Besserung?! Filmreihe Kritische Medizin
THE GAME ist ein Spiel zwischen Leben und Tod. An diesem Spiel nehmen nicht nur junge Männer teil. Ganze Familien machen sich in Bosnien täglich auf den Weg an die Grenze und werden wieder zurückgeschickt. Neben den Migrant*innen spielen auch die Menschenhändler*innen ihre Rolle. All jene, die nicht an den Geflüchteten verdienen, demonstrieren gegen sie. Sie haben Angst davor, dass ihnen das Wenige, das sie besitzen, genommen wird.
Im Chaos zwischen all diesen „Spieler*innen“ bewegen sich die bosnischen Helfenden. Sie suchen ein Gleichgewicht zwischen Bestechung, Bedrohung und der Hilfe, die sie den Bedürftigen geben wollen.
THE GAME zeigt den gefährlichen Kreislauf vom Gehen und Zurückkommen, der nie endet. Der Film untersucht die humanitäre Krise an der EU-Außengrenze nur 600 Kilometer von uns entfernt. Und zeigt schonungslos, was es heißt, wenn ein Menschenleben nichts wert ist. Und was es bewirkt, wenn Einzelne das nicht hinnehmen. Sondern helfen.
In Kooperation mit Kritische Medizin Freiburg & Medical Solidarity Internation (MSI).
Gute Besserung?! Filmreihe Kritische Medizin
Bosnien und Herzegowina, Österreich, Deutschland 2021, OmU, 90 Min., Regie: Manuela Federl
Do 11.06., 19:30, im Anschluss Gespräch
Herzlichen Glückwunsch Sir David Attenborough!
Der Naturforscher, Schriftsteller und vor allem Tierfilmer Sir David Attenborough hat uns wie kaum ein anderer die Schönheit unseres Planeten und seiner Tierwelten nähergebracht und ist doch vor allem für seine Stimme bekannt. Zu seinem 100. Geburtstag zeigen wir seinen Kinofilm aus dem letzten Jahr: OCEAN. Darin appelliert er an den Schutz der Ozeane, die wir so leichtfertig außer Acht lassen und die er als den wichtigsten Mosaikstein für das biologische Gleichgewicht der Erde betrachtet. Er taucht in die Unterwasserlebensräume ein, enthüllt das Zeitalter der Ozeanentdeckung und erläutert dessen lebenswichtige Bedeutung sowie Möglichkeiten zur Erholung der Meereslebewesen.
Herzlichen Glückwunsch Sir David Attenborough!
UK 2025, OmU, 101 Min., Regie: Colin Butfield, Toby Nowlan, Keith Scholey. Sprecher: David Attenborough
So 07.06., 17:30
Phänomen Michelangelo in Geschichte und Gegenwart
Michelangelo gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance, so bedeutend wie außer ihm wohl nur Leonardo da Vinci. Über 400 Jahre nach seinem Tod hat sein Name nichts an Glanz verloren. Basierend auf der Ausstellung in der National Gallery of London bietet dieser Film eine vollständige Sicht auf Michelangelos gesamte 88 Lebensjahre. Auf den Spuren des Künstlers macht Regisseur David Bickerstaff eine Reise durch die Ausstellungsräume Europas, durch die großen Kapellen und Museen von Florenz, Rom und dem Vatikan, um mehr zu erfahren über das bewegte Leben dieses legendären Mannes, über sein Verhältnis zu Liebe und Tod und über sein unglaubliches künstlerisches Vermächtnis.
Phänomen Michelangelo in Geschichte und Gegenwart
Großbritannien 2017, OmU, 91 Min., Regie: David Bickerstaff
Mi 24.06., 19:30 / Fr 26.06., 21:30
Phänomen Michelangelo in Geschichte und Gegenwart
Der Dokumentarfilm THE TITAN: STORY OF MICHELANGELO aus dem Jahr 1950 ist ein visuell beeindruckendes Monumentalwerk, dass das Leben und Schaffen des Renaissancemalers Michelangelo Buonarroti porträtiert. Der Film verzichtet vollständig auf Schauspieler*innen und Inszenierungen; stattdessen wird die Geschichte ausschließlich durch die Kameraführung über Michelangelos Skulpturen, Gemälde und architektonische Werke sowie durch Aufnahmen der Originalschauplätze in Italien erzählt. Durch Lichtsetzung und dynamische Perspektiven erweckt die Kamera den Marmor zum Leben und macht Werke wie den „David“ oder die Fresken der Sixtinischen Kapelle unmittelbar greifbar. Eingebettet in die turbulenten politischen und religiösen Wirren seiner Zeit – von den Intrigen der Medici bis hin zur Plünderung Roms – erscheint Michelangelo als ein „unsichtbarer Titan“, dessen Präsenz allein durch sein gewaltiges Erbe spürbar wird.
Phänomen Michelangelo in Geschichte und Gegenwart
THE TITAN: STORY OF MICHELANGELO wurde 1951 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Kunstfilme der Kinogeschichte.
Italien, Schweiz, BRD 1950, OmU, 70 Min., Regie: Robert J. Flaherty, Richard Lyford, Curt Oertel
Mi 03.06., 19:30, mit Einführung
LA PRIMAVERA DE TANGO
„Die Musik ist die Seele eines Volkes. Die Musik ist auf der Straße. Tangos sind gesungene Geschichten und viele Tangos werden eher gespielt als gesungen. SUR ist für mich ein einziger langer Tango – oder viele" (Fernando E. Solanas)
1983, das Ende der Militärdiktatur in Argentinien. Floreal war fünf Jahre politischer Gefangener. Nun wandert er ruhelos durch das nächtliche, sich um Umbruch befindende Buenos Aires und die Nacht wird zum Resümee aller Nächte und seines Lebens. Alles ist anders: das Viertel, die Lokale, Gesichter, Geräusche, der Klang des Bandoneons und doch verbindet sich alles mit der Vergangenheit, düsteren und schönen Erinnerungen, Visionen und Träumen.
LA PRIMAVERA DE TANGO
Argentinien, Frankreich 1988, OmU, 35mm, 117 Min., Regie: Fernando E. Solanas. Mit Susú Pecoraro, Miguel Ángel Solá
Sa 06.06., 21:30
LA PRIMAVERA DE TANGO
Die junge Bandoneonistin Marina Gayotto schlägt sich mit dem Spielen in Bussen und in der U-Bahn durch, als sich die Chance bietet, beim großen Dirigenten Rodolfo Mederos vorzuspielen. Doch Medero wird sie mit ihrem ramponierten Instrument nicht nehmen. Marina begibt sich daraufhin auf eine ungestüme Suche nach dem mythischen Double A, der Stradivari unter den Bandoneons, die zu einer Reise durch alte Werkstätten, die Tanzlokale der Stadt, den Meistern des Tangos und vor allem zu den Glanzzeiten des Bandoneons führt.
LA PRIMAVERA DE TANGO
Argentinien, Venezuela 2005, OmeU, 90 Min., Regie: Alejandro Saderman, mit Marina Gayotto, Carla Algieri
Sa 06.06., 19:30
LA PRIMAVERA DE TANGO
Aquilea, ein mythologisiertes Buenos Aires, droht von nicht definierten Invasoren eingenommen zu werden. Vor der Gleichgültigkeit seiner Einwohner*innen kämpfen organisierte Gruppen im Untergrund dagegen an und verkörpern auf archetypische Weise – die Illias lässt grüßen – Formen politischen Widerstands.
Jorge Luis Borges konzipierte diese Geschichte speziell fürs Kino. Mit Hugo Santiago fand er einen kongenialen Regisseur, dessen düstere und formal strenge Umsetzung, um eine sehr direkte, teils von Tango überlagerte Tonebene ergänzt, zum Erlebnis eines „reinen Kinos“ (Verena Teissl, Viennale) wird. INVASION gilt als der bedeutendste Film der argentinischen Avantgarde.
LA PRIMAVERA DE TANGO
Argentinien 1969, OmeU, 123 Min., Regie: Hugo Santiago, Buch: Jorge Luis Borges, Adolfo Bioy Casares, mit Olga Zubarry, Lautaro Murúa, Juan Carlos Paz
Fr 05.06., 21:00