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Zeichen der Zukunft – Ost-West-Dialoge
Ein Ort, ein Tag und nur zwei Männer treten auf – drei weitere kommen als Stimmen aus dem Funkgerät. Bei dem Ort handelt es sich um eine Polarstation auf einer einsamen Insel im Arktischen Meer. Eine Welt wie am ersten Schöpfungstag: Bleierne Wellen schlagen monoton grollend gegen scharfkantige Felsen, Eisschollen schleudern grelle Lichtreflexe, und die Erde ist bis zum Horizont unter totem Geröll begraben. In der metaphysischen Einsamkeit dieser Einöde verlieren sich die Protagonisten wie Sandkörner. Und ihre Verbindung zur Zivilisation ist so dünn wie einer der seltenen Grashalme.
Ein Kammerspiel in unendlichen Weiten und ein absonderlicher Attentatsversuch, der so nur auf dem Boden der Nuklearmacht Russland vorstellbar ist…
Alexej Popogrebsky hat seinen dritten Spielfilm aus derart exzentrischen Elementen komponiert, dass er im Wettbewerb der Berlinale 2010 absolut einzigartig dastand. Dafür wurde er mit drei Silbernen Bären ausgezeichnet, davon zwei für die beiden Schauspieler.
In Kooperation mit dem Zwetajewa-Zentrum
Mi 18.06., 19:30 (Galerie) / Mi 25.06., 21:30
Zeichen der Zukunft – Ost-West-Dialoge
Gegen Patriachat und Kried - Rojavas Frauen
Vom vom Krieg gezeichneten Norden Syriens entsteht etwas Unerwartetes: Hoffnung. Inmitten von Ruinen, Bedrohung und Entbehrung behaupten sich Frauen in Rojava mit bemerkenswerter Entschlossenheit. Sie gründen Dörfer, unterrichten Kinder, bauen Werkstätten auf – und verteidigen nicht nur ihr Leben, sondern auch eine Vision von Freiheit und Gleichberechtigung. Der Dokumentarfilmer Robert Krieg zeigt das alltägliche Überleben und den außergewöhnlichen Mut zur Selbstermächtigung in einer Region, die weltweit kaum Beachtung findet. Ein bewegender Film über den leisen, aber unaufhaltsamen Aufbruch einer neuen Gesellschaft – getragen von Frauen.
Di 17.6., 19:30 Zu Gast: Robert Krieg
Gegen Patriachat und Kried - Rojavas Frauen
Freiburger Fenster
Der österreichische Performance- und Videokünstler Martin Horsky lebt und arbeitet in Freiburg. Er zeigt an diesem Abend neun Kurzfilme aus den letzten zwölf Jahren, gegliedert in drei Blöcke, zwischen denen es Raum zum Gespräch geben wird.
Zu sehen gibt es kryptische Musikvideos, psychonautische Entdeckungsreisen und gelebte Dystopien. Den Schluss- und Höhepunkt setzt die Premiere von WIEDERWAHN – eine radikal-performative Filmcollage zum aktuellen Zeitgeschehen.
„Als Kind habe ich es geliebt – allein mit gespitzten Ohren, ganz dem Tastsinn vertrauend durch stockfinstere Wälder zu schleichen. Merkwürdigerweise sehe ich meine Aufgabe als Künstler darin, fremdes wie eigenes Dunkel sichtbar und so erfahrbar zu machen.
Ein sizilianisches Dorf in den 1960er-Jahren. Lia ist 21, schön, eigenwillig, zurückhaltend, aber selbstbewusst. Sie lässt sich auf einen Flirt mit Lorenzo ein, dem Sohn des mafiosen Großunternehmers, weist ihn doch schließlich zurück. Da wendet dieser brutale Gewalt an. Seine Familie drängt sie nun dazu, ihn zu heiraten, denn nur eine „Wiedergutmachungsehe“ würde ihre Ehre retten. Doch Lia weigert sich, Opfer dieser frauenfeindlichen Tradition und Gesellschaft zu werden und zeigt Lorenzo als Vergewaltiger an.
Nach einem historischen Fall über den Kampf einer Frau, die trotz sozialer Ächtung, Gewaltandrohung und dem Widerstand patriarchaler Strukturen und Institutionen aufbegehrt.
Italien 2023 / OmU / 102 Min. / Regie: Marta Savina / mit Claudia Gusmano, Fabrizio Ferracane
In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln
In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Konsulat Freiburg.
Eintritt 8 €, für DANTE-Mitglieder 5 € (bei Vorlage des Mitgliedsausweises)
Am 20. Juni 2025 laden wir euch herzlich zu einem Tag des Handelns, der Solidarität und der menschlichen Verbundenheit ein.
Unter dem Motto „Grenzen trennen, Menschlichkeit verbindet – Les frontières divisent, l’humanité rassemble“ ehren wir alle Menschen, die gezwungen sind, vor Krieg, Gewalt oder Verfolgung zu fliehen.
Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen für die Menschenrechte – grenzenlos und für alle!
Le 20 juin 2025, nous vous invitons à nous rejoindre pour une journée d’action, de solidarité et d’engagement humain. Sous le slogan “Les frontières divisent, l’humanité rassemble – Grenzen trennen, Menschlichkeit verbindet”, nous rendons hommage à toutes les personnes contraintes de fuir la guerre, la violence ou la persécution. Ensemble, affirmons notre soutien aux droits humains – sans frontières !
Hier treffen sich engagierte Menschen aus Vereinen und Stiftungen aus Ihrer Region, lernen gemeinsam Neues zu Themen wie Spenden, Unternehmenskooperation sowie Stiftungen und tauschen sich fachlich aus. Melden auch Sie sich an und seien Sie dabei!
Noch bis einschließlich 18.06.2025 können Sie sich zum Vorverkaufspreis von 219 Euro hier online anmelden. Danach ist die Anmeldung nur noch vor Ort am Veranstaltungstag zum Preis von 239 Euro möglich.
Wählen Sie Ihr Wunschprogramm mit zwei Seminaren aus. Die Seminare werden vormittags und nachmittags inhaltsgleich durchgeführt. Im tagunsgpreis enthalten sind die gewählten Seminare, alle Vorträge im Plenum, die Tagungsverpflegung (Begrüßungssnack, Mittagessen, Kaffeepause, Tagungsgetränke) sowie die Skripte aller Seminare und Vorträge.
sind die wertvollen Kontakte zu Fundraiserinnen und Fundraisern aus der Region. Unser Tipp: Nutzen Sie dafür aktiv die Pausen!
In der Ausstellung "Kunst im Dialog" begegnen sich zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten:
Der weltberühmte Drei-Sterne-Koch Juan Amador überrascht mit farbintensiven, poetischen Werken - geheimnisvolle Bildwelten, in denen man sich verlieren oder sich neu entdecken kann.
Michael Stich, ehemaliger Wimbledon-Sieger und Gründer einer Stiftung für HIV-infizierte und von Aids betroffene Kinder und Jugendliche, zeigt emotionale, abstrakte Malerei, in der persönliche Erfahrungen in spannungsreiche Bildkompositionen münden. Seine Arbeiten verbinden westliche und östliche Einflüsse durch die Verwendung hauchdünner Japan- und Chinapapiere.
Öffnungszeiten: Di - So, 10 - 17 Uhr
Öffentliche Führungen: So, 14:30 Uhr nach Anmeldung
info@kunsthallemessmer.de
New Hollywood
1901, 1917, die 1920er-Jahre, der Übergang zwischen den 1950er- zu den 1960er-Jahren – in elliptischen Bewegungen verwebt Coppola Episoden aus Vito Corleones Kindheit in Italien und seines kriminellen Aufstiegs im Amerika der 1920er Jahre in einen umfassenden Handlungsbogen um Vitos Sohn und Nachfolger Michael (Al Pacino), der sich als Erbe des Mafiaimperiums durchgesetzt hat. In der Parallelmontage zeigt sich der historische Wandel: Mit zunehmender Komplexität der Geschäftsverbindungen, aber auch wegen Michaels obsessivem Streben nach Macht zerfällt der familiäre Zusammenhalt.
THE GODFATHER PART II ist ein brillant inszeniertes und bis in die kleinsten Nebenrollen exzellent gespieltes Gangsterepos, das sich als ultimative Referenzgröße für den Mafiafilm etablierte. Robert De Niro gelingt darin das Kunststück, den jungen, kaum Englisch sprechenden Vito Corleone darzustellen. Der junge Schauspieler De Niro wurde mit dem Oscar für den besten Nebendarsteller ausgezeichnet.
USA 1974 / 199 Min. / 35 mm / OmU / Regie: Francis Ford Coppola
So 15.06., 19:30
New Hollywood
Diplomatie wirkt
Der geistesgestörte US-General Jack D. Ripper verschanzt sich und setzt die atomare Vernichtungsmaschinerie gegen die UdSSR in Gang. Der Präsident der USA kann zwar mit dem sowjetischen Staatsüberhaupt sprechen, aber der militärische Automatismus lässt sich nicht mehr stoppen. Dann erscheint Dr. Seltsam: ein deutscher Wissenschaftler mit zuckendem rechten Arm, der seine makabren Überlebens- und Herrenmensch-Theorien darlegt. Kubricks böse Satire zeigt militärische Logiken als Pandämonium des Irrsinns und entlarvt das „Gleichgewicht des Schreckens“ als labiles Konstrukt, das jederzeit durch banale Zufälle und menschliche Schwächen zum Albtraum werden kann. Einer der radikalsten, bittersten und treffsichersten Filme zum Thema.
Großbritannien 1963 / OmU / 94 Min. / Regie: Stanley Kubrick / mit Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden
So 15.06., 17:30
Diplomatie wirkt
Kinderkino
Tobi erhält eine geheimnisvolle Schatzkiste. Doch die Kiste ist verschlossen, und nur eine Person hat den Schlüssel: Marina – Weltumseglerin und Tobis beste Freundin aus Kindertagen. Aber wo steckt sie? Mit der Suche nach ihr beginnt auch Tobis neuestes Abenteuer.
Die Reise führt ihn nach Vietnam in die größte Höhle der Welt, in die berühmte Halong-Bucht mit ihren tausenden Kalksteininseln, über das stürmische südchinesische Meer, zu Pferde-Hirten in der mongolischen Steppe und zu Indigenen im Amazonas-Regenwald Brasiliens. Immer mit einem Ziel vor Augen: Das Rätsel der Schatzkiste zu lösen und die mysteriösen fliegenden Flüsse zu finden. Ein dokumentarischer Abenteuerfilm zum Staunen, Nachdenken und Lachen für die ganze Familie!
D 2023 / Regie: Johannas Honsell / 92 Min. / empfohlen ab 6 Jahren
So 15.06., 15:30
Kinderkino
Diplomatie wirkt
Der geistesgestörte US-General Jack D. Ripper verschanzt sich und setzt die atomare Vernichtungsmaschinerie gegen die UdSSR in Gang. Der Präsident der USA kann zwar mit dem sowjetischen Staatsüberhaupt sprechen, aber der militärische Automatismus lässt sich nicht mehr stoppen. Dann erscheint Dr. Seltsam: ein deutscher Wissenschaftler mit zuckendem rechten Arm, der seine makabren Überlebens- und Herrenmensch-Theorien darlegt. Kubricks böse Satire zeigt militärische Logiken als Pandämonium des Irrsinns und entlarvt das „Gleichgewicht des Schreckens“ als labiles Konstrukt, das jederzeit durch banale Zufälle und menschliche Schwächen zum Albtraum werden kann. Einer der radikalsten, bittersten und treffsichersten Filme zum Thema.
Großbritannien 1963 / OmU / 94 Min. / Regie: Stanley Kubrick / mit Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden
Sa 14.06.25, 22:00 | So 15.06., 17:30
Diplomatie wirkt
Unsere vergessenen Befreier
Frantz Fanon wird 1953 leitender Arzt der psychiatrischen Klinik von Blida, Algerien, und will – angetrieben von humanistischen Werten – neue Methoden anwenden, die seine Kollegen stark anzweifeln. Unbeirrt setzt er seine Arbeit fort und wird bald von der FLN (Algerische Befreiungsfront) kontaktiert, die ihn für ihre Bewegung gewinnen will. Als die Spannungen zwischen der französischen Armee und der FLN zunehmen, gerät Fanon zwischen die Fronten und wird in den Kampf um die algerische Unabhängigkeit verwickelt. Jean-Claude Barnys Biopic konzentriert sich auf Fanons Zeit in Algerien, in der seine ihn bald berühmt machenden Überlegungen über die Gewalt des Kolonialismus reifen.
Kanada 2024 / OmeU / 133 Min. / Regie: Jean-Claude Flamand-Barny / mit Alexandre Bouyer, Olivier Gourmet, Déborah François
Sa 14.06., 19:30 | Sa 05.07., 21:30
Unsere vergessenen Befreier
Diplomatie wirkt
Niemals war die Menschheit näher am Atomkrieg als im Oktober 1962. Die UdSSR hatte nukleare Raketen auf Kuba stationiert und der Sicherheitsrat von Präsident J.F. Kennedy empfahl, Kuba anzugreifen. Doch Kennedy schreckte davor zurück, während die Öffentlichkeit nichts erfahren sollte ...
Was sich in den dreizehn Tagen zugetragen hat, schildert der Film aus der Warte von Außenminister O’Donnells: die Diskussionen im Weißen Haus, die Seeblockade Kubas und die Konfrontation zwischen gegnerischen Kriegsschiffen, hilflose Reaktionen des Westens. Schließlich liegt es bei den Kennedy-Brüdern, eine Entscheidung über die Zukunft der Zivilisation zu fällen.
Ausgezeichnet mit dem Political Society Award für Frieden.
USA 2000 / OmU / 147 Min. / Regie: Roger Donaldson / mit Kevin Costner, Bruce Greenwood, Steven Culp
Fr 13.06., 21:30
Diplomatie wirkt
Diplomatie wirkt
Vor 50 Jahren wurde in Helsinki die Schlussakte der KSZE unterzeichnet, einer historisch einzigartigen Konferenz: 35 Staaten, darunter die USA und die Sowjetunion, wollten den Kalten Krieg entschärfen. Nach jahrelangem Wettrüsten traf man sich am Tisch. Arthur Franck setzt diesem Treffen ein Denkmal und würdigt die Diplomatie an sich, indem er sich durch Berge von Archivmaterial wühlt – vom Treffen, aber auch von der Stimmung drum herum –, um zu verstehen, was damals passiert ist. Humorvoll kommentiert er die Bilder aus dem Off und schreckt selbst vor KI nicht zurück, mit deren Hilfe er die Worte aus Protokollen seinen Protagonisten wieder in den Mund legt. Ein kunstvolles Dokument und ein Appell.
Finnland, D, Norwegen 2025 / OmU / 88 Min. / Regie: Arthur Franck
Fr 13.06., 19:30, zu Gast: Christine Althäuser, ehemalige Botschafterin, Stefan Kloos, Filmproduzent. Moderation: Prof. Dr. Sabine Rollberg
So. 29.06., 17:30
Diplomatie wirkt
New Hollywood
Die distanzierte und wortkarge Wanda kommt mit ihrem monotonen Leben mit Mann und Kindern im ländlichen Pennsylvania nicht klar. Die Scheidung und der Verlust des Sorgerechts nimmt sie ohne Einspruch hin. Sie lässt sich treiben. Schließlich zieht sie mit einem Gewohnheitsverbrecher umher – scheinbar ziellos und dennoch irgendwie erfüllter als zuvor. Gibt es einen Platz für sie in der Gesellschaft?
Wanda ist eine seltene Figur in der Filmgeschichte und der einzige Film der Schauspielerin Barbara Loden, in dem sie Regie geführt hat. Er gilt als eines der wichtigsten Werke unabhängiger Filmemacherinnen und ist der einzige Film einer Regisseurin, der regelmäßig im Kanon des New Hollywood rezipiert wird.
USA 1971 / OmU / 102 Min. / Regie: Barbara Loden
Do 12.06., 22:00
New Hollywood
Trans*topia - Filme zu trans normalen Lebensgeschichten
Es ist Pride-Monat in London. Zwei Menschen aus unterschiedlichen Welten verlieben sich heftig ineinander: Layla ist Drag-Performer*in mit palästinensischen Wurzeln, nicht-binär und lebt in einer queeren Künstler*innen-Community. Max ist weiß, cis, schwul und Marketing-Experte aus konservativem britischen Elternhaus. Als Layla versucht, sich der Lebenswelt von Max anzupassen, kommt es zu Konflikten. Max beginnt, sich und seine Privilegien zum ersten Mal in Frage zu stellen. Hat ihre Liebe eine Chance?
In LAYLA erzählt Regisseur*in Amrou Al-Kadhi – selbst nicht-binär und Dragperformer*in in London mit irakischen Wurzeln – eine sehr aktuelle Geschichte von zwei Menschen, die gerade wegen ihrer unterschiedlichen Lebensrealitäten zueinanderfinden.
UK 2024 / Omu / 100 Min. / Regie: Amrou Al-Kadhi
Do 12.06., 19:30
Trans*topia - Filme zu trans normalen Lebensgeschichten
New Hollywood
Die distanzierte und wortkarge Wanda kommt mit ihrem monotonen Leben mit Mann und Kindern im ländlichen Pennsylvania nicht klar. Die Scheidung und der Verlust des Sorgerechts nimmt sie ohne Einspruch hin. Sie lässt sich treiben. Schließlich zieht sie mit einem Gewohnheitsverbrecher umher – scheinbar ziellos und dennoch irgendwie erfüllter als zuvor. Gibt es einen Platz für sie in der Gesellschaft?
Wanda ist eine seltene Figur in der Filmgeschichte und der einzige Film der Schauspielerin Barbara Loden, in dem sie Regie geführt hat. Er gilt als eines der wichtigsten Werke unabhängiger Filmemacherinnen und ist der einzige Film einer Regisseurin, der regelmäßig im Kanon des New Hollywood rezipiert wird.
USA 1971 / OmU / 102 Min. / Regie: Barbara Loden
Mi 11.06., 21:30 | Do 12.06., 22:00
New Hollywood
Unsere vergessenen Befreier
„Als Arzt kannte er menschliches Leiden. Als Psychiater hat er die Ursachen für die Entstehung von Traumata analysiert und als Kolonialisierter hat er besser verstanden als jeder andere, was es bedeutet, unter kolonialen Bedingungen aufzuwachsen.“ Mit diesen Worten von Aimé Césaire und historischen Aufnahmen von Frantz Fanons Beerdigung 1961 beginnt der Dokumentarfilm von Mehdi Lallaoui. Darin kommen Weggefährt*innen des Befreiungskämpfers und Theoretikers Fanon zu Wort wie seine Assistentin Marie-Jeanne Manuellan, seine Biografin und Mitstreiterin bei der Revolutionierung der Psychiatrie in Nordafrika, Alice Cherki, und der Historiker Jean Khalfa. Ihre Zeugnisse belegen die anhaltende Bedeutung Fanons für den Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus und „für einen globalen Humanismus“.
Algerien, F 2021 / OmU / 93 Min. / Regie: Mehdi Lallaoui
Mi 11.06., 19:30 Uhr, mit Einführung von Dr. Guillaume Fiedler-Plas
Unsere vergessenen Befreier
Kunst.Provokation.
Warum kämpfen wir eigentlich? Der vielfach ausgezeichnete, weltbekannte Choreograph Alain Platel (Jahrgang 1959) widmet sich in seinem ersten Film den essenziellen Themen der Gegenwart. Wird die Spezies Mensch an ihrer Aggressivität gegen sich selbst und ihren Lebensraum zugrunde gehen? In seinem Tanzstück »Nicht schlafen« gelingt Platel eine fundamentale Spurensuche zur Beobachtung des Urtriebs Gewalt im Menschen. Sein Film geht noch darüber hinaus: Er assoziiert Bilder und Szenen aus einer Realität, die ihn und uns Betrachter alle um den Schlaf zu bringen drohen. Sein Befund: Die Gewalt ist endemisch.
Mit der ihm eigenen Radikalität verbindet der belgische Choreograph Tanz und Musik mit Interviews, gefilmt von der Coregisseurin und Kamerafrau Mirjam Devriendt, und aufwühlenden Archivbildern des politischen Zeitgeschehens.
Der Film beginnt in den Proberäumen seiner Tanzcompagnie les ballets C de la B. Die Gruppe entwickelt ein neues Stück. Während der Improvisationen fangen sie an, sich ihre Kleider vom Leib zu reißen – unkontrollierbar, intim, bestialisch. In der körperlichen Grenzerfahrung entladen sich ihre Zukunftsängste, geprägt von Kriegen, Gewalt und Identitätskrisen.
Platel widmet sich einem der größten Rätsel der Menschheit: Warum diese Gewalt unter Menschen? Die Tanzszenen seiner Gruppe und ihre tief berührenden Geschichten verwebt er mit Archivbildern von Krieg und Tod – von den Protesten in – Hongkong 2019 bis zum Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021.
Ausgezeichnet mit dem »Ordre des Arts et des Lettres«, dem höchsten Kulturpreis Frankreichs.
In Kooperation mit der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG) und dem Kunstgeschichtlichen Institut in Verbindung mit dem Studium Generale, dem Historischen Seminar und weiteren universitären und kulturellen Einrichtungen der Stadt (Museum für Neue Kunst, Zwetajewa-Zentrum und DELPHI_space)
Belgien, Deutschland 2021 / OmU / 97 Min. / Regie: Alain Platel, Mirjam Devriendt
Di 10.06., 19:30
Kunst.Provokation.